Coronavirus in Italien

Und nach einem Jahr ist eine Stadt wie Bozen einfach weg…

In Italien sind mit Stand vom 15. März 2021 insgesamt 102.499 Personen mit dem und am Coronavirus verstorben. Mütter und Väter, Großväter und Großmütter, Söhne und Töchter, Cousins, Cousinen, Nichten, Neffen, Onkel, Tanten, gute Freunde und Kollegen.

Mehr als 100.000 Coronatote in Italien – Wie viel ist das eigentlich?

102.499 (❗️) – das entspricht von der Größenordnung her in etwa einer Stadt wie Piacenza, Ancona oder Bozen. In etwa so groß sind auch Kaiserslautern, Gütersloh, Hildesheim oder Moers. In der Größenördnung liegt das zudem zwischen einer Stadt wie Klagenfurt und einer wie Innsbruck.

Kein Stadion in Europa ist so groß, als dass es so viele Personen auf einmal fassen könnte. Selbst ins Wembley Stadion in London passen nur 90.000 Personen.

All diese Personen waren vor einem Jahr noch da und weilen nun nicht mehr unter uns. Innerhalb nur eines Jahres!

Covid-19 und andere Todesursachen

Ja, es gibt noch andere Krankheiten. Es gibt andere Todesursachen. Manche dieser Personen hätten vielleicht auch gar nicht mehr so lange gelebt und wären auch ohne Corona bereits verstorben. Aber ist das wichtig? Ist das wirklich so wichtig? Ganz gleich, ob man nun an oder mit Corona verstirbt, einem Krebsleiden erliegt, am hellichten Tag unter einen Traktor gerät oder welches Schicksal auch immer erleidet: Wenn ein Mensch stirbt, dann fehlt er!

Für Außenstehende mögen das nur Zahlen sein – kleine Prozentzahlen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Aber für wieder andere ist es genau dieser eine Mensch, der eine riesengroße Lücke in seinem Leben hinterlässt. Jemand, der IMMER fehlen wird. Dessen Verlust sich nicht schönreden oder kleinreden oder wegreden lässt.

Vorerkrankungen oder nicht – ist das so wichtig?

Ohne Corona würde vermutlich ein Großteil dieser Personen noch leben. Viele der Verstorbenen waren bereits älter, hatten Vorerkrankungen, hatten statistisch sicherlich keine so hohe Lebenserwartung mehr wie Jugendliche, Mitzwanziger, Personen, die noch voll in der Blüte ihres Lebens stehen. Aber jeder, der schon einmal jemanden verloren hat, weiß doch, wie wichtig alleine noch ein paar gemeinsam verbrachte Stunden, Tage, Monate oder vielleicht sogar Jahre gewesen wären.

  • Monate oder Jahre mit vielen gemeinsamen Erlebnissen.
  • Monate oder Jahre für Aussprachen, Gespräche generell, (Liebes-)Geständnisse.
  • Monate oder Jahre für Umarmungen, Küsse, Händchenhalten und ganz viel liebe Worte.
  • Monate oder Jahre, in denen man den anderen Menschen gerne noch um sich gehabt hätte.
  • Monate oder Jahre, in denen man den anderen nicht mehr anrufen, nicht mehr mit ihm sprechen, ihn nicht mehr um wertvollen Rat bitten kann…

Wenn jemand stirbt, ist das ätzend, es tut schrecklich weh, es ist oft gar nicht auszuhalten, aber die Todesursache spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Denn ganz gleich was es ist, was diese geliebte Person aus dem Leben gerissen hat: Es ist einfach schrecklich!

Also bitte, lasst uns Corona und die Coronatoten nicht kleinreden. Es hätte jede Familie treffen können – und es kann auch weiterhin noch jede Familie treffen!

Plötzlich war er nicht mehr da. Erfahrungsbericht einer Tochter.

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