Leben im Sperrgebiet / Tag 14

Heute ist Tag X. Der Tag, an dem sich zeigen soll, ob die bisher ergriffenen Maßnahmen greifen. Stagnieren die Zahlen? Gehen sie zurück? Gestern war ein positives Signal erkennbar. Fast 1000 Neuinfektionen weniger an einem Tag, außerdem über 180 Tote weniger als tags zuvor. Doch es war Wochenende, nicht alle Labore arbeiten gleich schnell. Außerdem sind die Zahlen in der so stark betroffenen Lombardei gesunken. Dort sind die Todesfälle derart zurückgegangen. Das ist eine längst nötige Entlastung des dortigen Gesundheitssystems. Die Fahlzahlen im Süden steigen jedoch. Jetzt gilt es weiter abzuwarten, zu hoffen – und sich an die Regeln zu halten.

Hilfe aus aller Welt

Und weil man einfach auch mal positive Signale braucht, hier die drei Meldungen, die vielen von Euch (und uns hier auch) in den vergangenen Tagen die meiste Hoffnung gemacht haben.

Kuba schickt Unterstützung nach Italien

Kuba schickt ein Expertenteam aus 52 Ärzten und Krankenpflegern zur humanitären Hilfe in die Lombardei. Einige von ihnen waren bereits 2014 in Afrika im Einsatz und haben bei der Bekämpfung der dortigen Ebola-Epidemie geholfen.

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Russland unterstützt Italien

Am gleichen Tag: Russland schickt neun Flieger mit Hilfsgütern nach Italien (darunter Beatmungsgeräte und anderes dringend benötigtes medizinisches Equipment). Auch spezialisierte Militärärzte werden nach Italien entsandt.

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Kinder malen Regenbogen der Hoffnung

Tolle Aktion in Italien: Kinder bemalen seit Tagen Bettlaken mit Regenbogen und versehen sie mit dem Spruch “Andrà tutto bene” – es wird alles gut werden. Die Laken werden an Balkonen und Fenstern befestigen und sollen gleichzeitig signalisieren, wie wichtig es ist, zu Hause zu bleiben.

https://www.facebook.com/Italienkrise/posts/105376571097604?__xts__[0]=68.ARCSTG5K0IN6pxQzFZEdCiTuY5Tk4rj3IxKRNI6jTSDyhRfsELn6dvbh7CL6QkXqNWVYynOc73wacnkTgk65Vj1L-f69t6jiiqIp4BkBp4_NN5a2kCw2Kc5UsAxokkNUkdiXLZDJHhGxpIl9v05v0DxRCHWDzG7529oQGEQmzak1B8m3feTpv38v7N90-1CaGR2MWGJkl7sEMamp9G-U7O3rPBpjWrA4boW65VsDF7q9J102hoU8tlHYX4UMsIks-38uqXbKjB3cn-WnhOtbEwa93g2GaO7XFpGpNM8GJ0925waVx5RjhLxWclWVrxeCO8Wia6YpbWpRBXsdO6nyt3Sf&__tn__=H-R

 

Lasst uns weiter Regenbogen malen, helfen und Hoffnung haben – auch dann, wenn dieser Alptraum vorbei ist…

Basteln bei Ausgangssperre: Unser Froschfangspiel ist fertig. (Foto: Nadine Jansen)

Unser Tag zu Hause: Tag 14 von 24

  • Wir haben unser Frosch-Fangspiel fertig gestellt. Die Anleitung dazu haben wir – wie passend – vom Froschblog (per Klick zur Anleitung). Leicht abgewandelt haben wir es durch Insekten aus Moosgummi (Amazon-Link)
  • Die Bastelkiste ist sortiert (was bin ich derzeit froh, dass ich in den letzten Jahren immer mal wieder interessantes Bastelmaterial gekauft und andere zum Basteln geeignete Materialien gesammelt habe.
  • Die Vorschulbücher aus Deutschland sind hier.
  • Heute ist es ziemlich frisch draußen. Damit fällt der Balkon fast flach. Angeblich soll es in den kommenden Tagen sogar schneien.
  • Wir haben Paradiescreme gemacht (schönen Dank an der Stelle an Dr. Oetker und die Großeltern, die uns damit stetig versorgen).
  • Einkaufsliste aufgesetzt. Vor Donnerstag gehen wir aber vermutlich nicht.
  • Wäsche gewaschen (trocknet heute nur nicht wirklich, da es draußen wirklich frisch ist…)

 

Coronavirus: Die Zahlen des Tages – 23. März 2020

Tag 11 des Lockdowns in Italien. Wir schauen mit Spannung auf die Zahlen vom Abend. Es sind nur noch zwei Tage bis Sonntag. Müsste die Kurve nicht langsam etwas abflachen? Funktionieren die Maßnahmen? Können wir endlich etwas aufatmen? Das Errichten von Triage-Zelten, Feldkrankenhäusern und die Pläne, die Messe in Mailand in ein Krankenhaus umzurüsten, erschrecken.

Diese Zahlen gab der Zivilschutz am heutigen Abend bekannt:

  • 602 Tote (jetzt 6078 Tote insgesamt – zum Vergleich: in China sind bislang 3270 Personen verstorben)
  • 4790 neue Coronafälle (das sind erheblich weniger als gestern oder vorgestern, jetzt insgesamt 63.928 Infektionen)
  • 7024 Personen gelten als geheilt (das sind 408 Personen mehr als gestern)
  • 50.418 Personen sind aktuell erkrankt, 3204 davon befinden sich in einem kritischem Zustand

Die Zahlen sinken, aber es gibt noch keinen Grund aufzuatmen, denn die Krankenhäuser sind weiterhin überlastet. Rund 4000 Personen mehr als gestern müssen behandelt werden, es befinden sich weitere 204 in einem kritischen Zustand. Das macht 3204 Personen, die vorrangig intensivmedizinisch versorgt werden müssen – zusätzlich zu den Personen, die aufgrund anderer Erkrankungen Intensivbetten benötigen.

Situation bei uns in den Marken

In den vergangenen 24 Stunden sind in den Marken 148 weitere Personen positiv getestet worden. Das sieht nach einem positiven Signal aus, da es 120 Fälle weniger als gestern sind, allerdings wurden auch nur 391 Personen getestet (tags zuvor waren es 651). Auch hier gilt es wohl, nun abzuwarten. Außerdem gab es 19 weitere Todesfälle in der Region. Bislang wurden 2569 in den Marken positiv getestet (davon sind 202 Personen im Alter zwischen 27 und 97 Jahren verstorben, 8 Personen gelten in den Marken als genesen).

148 Personen liegen hier in der Region auf den Intensivstationen, 128 weitere auf der Intensivzwischenpflege (IMC). Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerungszahl in den Marken von 1.525.271 Personen beträgt das Ansteckungsrisiko derzeit 1: 594. Knapp 5000 Personen befinden sich in häuslicher Isolation/Quarantäne. Aufgrund der vermutlich hohen Dunkelziffer oder der noch nicht getesteten Personen sowie der langen Inkubationszeit ist das tatsächlich Ansteckungsrisiko wahrscheinlich sehr viel höher. In Relation zur Gesamtbevölkerung sind die Marken die Region, die es bislang am zweitschlimmsten getroffen hat.

https://www.facebook.com/Italienkrise/posts/103175041317757

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Ich bin übrigens schon froh, dass das noch ausgeliefert wurde. Amazon hat hier am Wochenende angekündigt, vorrangig nur noch wichtige Artikel auszuliefern…


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Was bisher geschah:

Leben im Sperrgebiet / Tag 1 von 24 (Italien ist jetzt Sperrgebiet)
Leben im Sperrgebiet: Tag 2 von 24 (Und wenn es Euer Opa wäre?)
Leben im Sperrgebiet / Tag 3 von 24 (Große Ansteckungsgefahr oder nicht?)
Leben im Sperrgebiet / Tag 4 von 24 (drohende Versorgungsengpässe, Sonderfall “medizinisches Personal”)
Leben im Sperrgebiet / Tag 5 von 24 (Was man aus der Corona-Geschichte Italiens lernen kann…)
Leben im Sperrgebiet / Tag 6 von 24 (Abläufe und Sicherheit im Supermarkt)
Leben im Sperrgebiet / Tag 7 von 24 (Quarantäne, Betroffene in den Marken, Selbstschutz)
Leben im Sperrgebiet / Tag 8 von 24 (Existenzängste und Einbruch des Tourismus)
Leben im Sperrgebiet / Tag 9 von 24 (Wie funktioniert das jetzt eigentlich mit der Post?)
Leben im Sperrgebiet / Tag 10 von 24 (Todesursachen und Symptome)
Leben im Sperrgebiet / Tag 11 von 24 (Ansteckungsrisiko und Dunkelziffer)
Leben im Sperrgebiet / Tag 12 von 24 (Zahlen des Zivilschutzes: Warum ist die genaue Benennung der Todeszahlen so wichtig?)
Vorsichtsmaßnahmen im Supermarkt

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Die Berichte rund um Corona veröffentlichen wir vorrangig in unserer Rubrik Blick ins Ausland. Dort könnt Ihr auch einen Beitrag über die Situation in Belgien lesen. Ihr wollt über Corona derzeit nichts hören oder aber braucht Ablenkung, weil Ihr in Quarantäne sitzt? Dann stöbert doch einmal in unserer Rubrik Spielzeug & Bücher.

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