Heizungen in Italien: Ab wann darf geheizt werden?

Die Heizperioden in Italien sind regional festgelegt. Grob lässt sich dazu sagen, dass nur zwischen November und April geheizt werden darf. Ein neues Dekret legt fest, dass dieser Zeitraum aufgrund der Energiekrise nun weiter verkürzt wird. Bedeutet: Je nach Wetterlage müssen die Menschen in Italien nun länger frieren.

Was steht im neuen “Heizdekret”?

Im genauen Wortlaut heißt es:

"Durante il periodo di funzionamento nella stagione invernale 2022-2023 i limiti temporali di esercizio degli impianti termici di climatizzazione alimentati a gas naturale, rispetto a quanto previsto dall comma 2 dell'articolo 4 del DPR n.74/2013, sono ridotti di 15 giorni per quanto attiene il periodo di accensione e di 1 ora per quanto attiene la durata giornaliera di accensione."
www.mite.gov.it

Das bedeutet, dass die Heizperioden in Italien um 15 Tage und die tägliche Heizdauer um eine Stunde verkürzt werden.

Gilt das für ganz Italien?

Grundsätzlich gilt das für ganz Italien, aber – und hier ist es ja manchmal etwas komplizierter – wo wann geheizt wird, ist ganz von dem Gebiet abhängig, in dem Ihr wohnt oder Urlaub macht.

Eingeteilt wird in Italien klima- und wetterbedingt in sechs verschiedene Zonen – und zwar in die Zonen A, B, C, D, E und F.

Welche Orte liegen in welcher Zone?

Am kältesten ist es gemeinhin in der Zone F, viel wärmer in der Zone A. Da das jetzt aber bei der Einordung noch nicht sonderlich hilft (jeder hat ja ein anderes Kältempfinden), hier die genaue Einteilung.

  • ZONE F: Alpen sowie die Bereiche um Trient, Belluno und Como. Hier ist es besonders kalt. EInschränkungen für das Anschalten von Heizungen gibt es hier nicht.
  • ZONE E: In diesen Bereich fallen besonders kalte Provinzen. Das sind die Provinzen von Alessandria, Aosta, Arezzo, Asti, Bergamo, Biella, Bologna, Bozen, Brescia, Campobasso, Como (auch wenn diese teils als Zone F eingestuft wird), Cremona, Enna, Ferrara, Frosinone, Gorizia, L’Aquila, Lecco, Lodi, Mailand, Modena, Novara, Padua, Parma, Pavia, Perugia, Piacenza, Pordenone, Potenza, Reggio Emilia, Rieti, Rimini, Rovigo, Sondrio, Treviso, Triest, Turin, Udine, Varese, Venedig, Verbania, Vercelli, Verona, Vicenza.
  • ZONE D: Hierzu gehören die Provinzen Ancona Ascoli Piceno, Avellino, Caltanissetta, Chieti, Foggia, Forlì, Florenz, Genua, Grosseto, Isernia, Livorno, Lucca, Macerata, Massa Carrara, Matera, Nuoro, Pescaro, Pisa, Pistoia, Prato, Pescara, Rom, Siena, Terni, Teramo, Vibo Valentia und Viterbo.
  • ZONE C: Hierzu werden die nördlichen Adria-Provinzen sowie die Provinzen Bari, Benevento, Brindisi, Cagliari, Caserta, Catanzaro, Cosenza, Imperia, Latina, Lecce, Neapel, Oristano, Ragusa, Salerno, Sassari und Taranto gezählt.
  • ZONE B: Zur Zone B gehören die Provinzen von Agrigent, Catania, Crotone, Messina, Palermo, Reggio Calabria, Siracusa und Trapani.
  • ZONE A: Die wärmsten Bereiche Italiens werden der Zone A zugerechnet. Das sind die Inseln Linosa, Lampedusa und Porto Empedocle.

Wann darf in diesem Winter in welcher Zone geheizt werden?

Für die einzelnen Zonen gelten im Winter 2022/2023 laut Heizdekret diese Regeln:

Heizen in Zone F

In der besonders kalten Zone F gibt es keinerlei Einschränkungen. Es darf jederzeit und für eine unbegrenzte Dauer geheizt werden.

Heizen in Zone E

In Zone F dürfen die Heizungen frühestens am 22. Oktober angeschaltet werden. Die Heizperiode endet am 7. April. Geheizt werden darf für maximal 13 Stunden am Tag.

Heizen in Zone D

In Zone D darf am dem 8. November 2022 und bis maximal zum 7. April 2023 geheizt werden. Heizungen dürfen für nicht mehr als elf Stunden täglich angeschaltet sein.

Heizen in Zone C

In Zone C darf nur zwischen dem 22. November 2022 und dem 23. März 2023 geheizt werden – und das für maximal neun Stunden täglich.

Heizen in Zone B

Geheizt wird in Zone B maximal zwischen dem 8. Dezember 2022 und dem 23. März 2023. Maximale Heizdauer pro Tag: sieben Stunden (also eine Stunde weniger als in den Vorjahren).

Heizen in Zone A

In Zone A darf ebenfalls zwischen dem 8. Dezember 2022 und dem 23. März 2023 geheizt werden. Hier allerdings für nur maximal fünf Stunden täglich.

Aber Achtung: Für alle Zonen (mit Ausnahme der Zone F) gilt, dass die Heizungen zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens ausbleiben müssen.

Gibt es ein Maximum für die Raumtemperatur?

Und auch das: Die Raumtemperatur soll auch in den kalten Monaten eine Temperatur von 19 Grad Celsius nicht überschreiten. Eine Toleranz von zwei Grad plus oder minus ist jedoch erlaubt.

Damit liegt die Raumtemperatur ein Grad unter der Temperatur von 20 Grad, die in den Vorjahren galt. Die maximale Raumtemperatur von 19 Grad (plus zwei Grad Toleranz) ist nicht nur für öffentliche und kommerzielle Gebäude, sondern auch für Privathaushalte vorgeschrieben.

In welchen Bereichen gibt es Ausnahmen?

Ausnahmen gibt es auch hier. Krankenhäuser, Seniorenheime, Rehaeinrichtungen und weitere medizinische Einrichtungen sowie Schulen und Kindergärten, Schwimmbäder oder auch Saunas und andere Bereiche, die aufgrund ihrer Eigenschaften eine höhere Raumtemperatur erfordern, sind davon ausgenommen. Das gilt auch für den Zeitraum zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens.



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