Coronavirus in Italien,  Travel

Testpflicht: Wie komme ich ohne Kontrolle über die Grenze?

Negative Tests bei Einreise sind nach wie vor Pflicht. Sich vor dem Urlaub testen zu lassen, ist lästig – erst recht, da auch Kinder ab zwei Jahren bereits einer Testpflicht unterliegen: Einreise nach Italien: Testpflicht besteht auch für Kinder (ciao-aus-italien.de). Gerade deshalb taucht unter Beiträgen, in Foren und in Urlaubergruppen immer wieder dieselbe Frage auf: Wird das überhaupt kontrolliert? Und gibt es Grenzübergänge, an denen man nicht mit Kontrollen rechnen muss und einfach so über die Grenze kommt? Ganz bequem? Ohne diesen lästigen Test vorab machen zu müssen?

Eine Testpflicht schmälert das Urlaubsvergnügen

Es steht außer Frage: Maskenpflicht ist doof, Testpflicht bei Einreise auch, die Ausgangssperre ebenfalls. Finden wir alle. Es trifft ja nicht nur Urlauber, sondern in erster Linie auch die, die im Land wohnen. Und in diesem Land sind nach wie vor weit über 300.000 aktive Fälle bekannt. Stand 15. Mai 2021: 332.830 aktive Fälle. Umgerechnet auf die gesamte Bevölkerung ist das in etwa jeder 180. Plus Dunkelziffer. Ansteckungsgefahr bei Alleinunterbringung in einer Ferienwohnung somit extrem gering. In anderen Beherbergungsstrukturen lässt sich das relative Ansteckungsrisiko leicht kalkulieren: Das Hotel hat zum Beispiel 100 Zimmer und bietet Frühstücksbüffet an? Alle Zimmer sind belegt? Rein statistisch ist somit mindestens ein positiver Gast oder Mitarbeiter im Hotel.

Täglich Corona-Tote im dreistelligen Bereich

Das ist alles reine Statistik. Das Risiko muss man selbst kalkulieren. ABER: Es geht nicht nur um den Urlaub. Es geht in erster Linien darum, das Geschehen im Land in den Griff zu bekommen. Es gibt seit Monaten täglich Corona-Tote im dreistelligen Bereich. Es wird geimpft, es gibt viele Genesene, es gibt Personen, die aufpassen und welche, denen das alles egal ist. Weil sie Corona übertrieben finden, weil sie keinen Verlust erleben mussten. Weil sie (noch) nicht betroffen waren.

Ein Ärgernis: Tests bei der Einreise

Tests bei der Einreise sind keine Erfindung, um Urlauber zu ärgern. Sie sollen das Geschehen im Land unter Kontrolle halten. Es sollen keine neuen Infektionsherde auftauchen. Ja, der Tourismus ist wichtig. So wichtig, dass im vergangenen Jahr ab dem 3. Juni 2020 die Grenzen für den Tourismus geöffnet wurden und die Kulturinstitute des Landes ebenso wie Kindergärten und Schulen weiterhin geschlossen blieben, da das Ansteckungsrisiko zu hoch war. Im Tourismus wurde gearbeitet. Freiberufler im Bildungswesen blieben auf der Strecke. Kinder durften nicht in den Kindergarten, Urlauber aber in Erholung. Verständlich? Aus wirtschaftlichen Interessen sicher.

Warum Tourismus so wichtig ist…

Gastronomen, Hoteliers, Betreiber von Bed & Breakfasts und alle, die an Touristen verdienen können, brauchen Tourismus. Und sie freuen sich davon abgesehen auf etwas “Normalität”. Auf neue Gäste, altbekannte Gesichter von Urlaubern, die seit Jahren ihren Sommerurlaub am Gardasee, an der Amalfiküste oder in Rom verbringen. Aber ist ein Test vor Einreise wirklich zu viel verlangt? Um andere zu schützen? Und auch um die Existenz von Gastronomen oder Hoteliers nicht noch weiter zu gefährden? Wer als Urlauber ohne Test über die Grenze kommt, positiv sein sollte und andere Hotelgäste ansteckt, darf sich nicht wundern, wenn seinetwegen ein Hotel oder ein Bed & Breakfast schließen muss.

Wer Italien liebt, lässt sich testen!

Sich nicht testen zu lassen hat mit Liebe zum Land nichts zu tun. Es ist respektlos, egoistisch und riskant. Weil man damit genau dem Land Schaden zufügen kann, das einem angeblich so wichtig ist. Statt mit einem kleinen Abstrich dazu beizutragen, dass sich die Infektionslage im Land nicht verschlimmert. Damit man dazu beiträgt, dass Menschen in Italien endlich wieder zurück zur Normalität finden und Italien die Möglichkeit erhält, vielleicht noch nicht in diesem Jahr, aber so schnell wie möglich genau das anzubieten, was sich alle wünschen: Einen Urlaub ohne Maske und Testpflicht – und im besten Fall auch ganz ohne Ansteckungsgefahr…

Kontrollen gibt es an den Grenzen übrigens tatsächlich. Die erfolgen zwar nur stichprobenartig. Aber wer gegen die Anti-Covid-Regeln verstößt, muss mit einem Bußgeld oder gar Strafverfolgung rechnen: Diese Strafen drohen bei Verletzung der Anti-Covid-Regeln in Italien (ciao-aus-italien.de)



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3 Comments

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    Markus

    Wir sind am 16.05. ca. 14 Uhr mit dem Auto über den Brenner eingereist u es war kein einziger italienischer Polizist zu sehen, der irgendwas kontrolliert hat!
    An der Grenze nach Österreich, wurde jedes Auto kontrolliert. Die Autobahn Spuren wurden deshalb zu einer zusammengeführt, was natürlich einen Stau verursacht hat. Aber damit habe ich in Corona Zeiten gerechnet.
    Das Italien 0,0 Kontrollen durchführt u nicht mal ein Polizist zu sehen war, finde ich sehr seltsam, wenn man bedenkt, was angeblich alles kontrolliert werden soll…

    • Nadineja
      Nadineja

      Hallo Markus! Stimmt, das ist auch seltsam. Die Kontrollen gibt es stichprobenartig. Es wird hier viel auch darauf gesetzt, dass sich Einreisende an die geltenden Regeln halten. Wöchentlich wird hier die Anzahl der insgesamt erfolgten Anti-Covid-Kontrollen genannt. Das sind nicht wenige. Allerdings hätte auch ich an den Grenzen mehr Kontrollen erwartet. 🙂 LG, Nadine

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